Die Stadt

Die Stadt ist einerseits die Wiege dessen, was wir in der Postmoderne als unser Welt- und Menschenbild definieren. Andererseits ist sie gegenwärtig dramatischen Veränderungen ausgesetzt, deren folgenschwerstes Merkmal die weltweite Gleichzeitigkeit historisch ungleichzeitiger Prozesse ist. Der Schrumpfung in den westlichen Industrienationen steht das explosionsartige Wachstum der Metropolen in der ehemals so genannten "dritten Welt" gegenüber. Welche Bedeutung insbesondere das Schrumpfungsphänomen angesichts des völligen Fehlens von Denkkategorien jenseits der auf einen Fortschrittsmythos aufgebauten industriellen Welt hat, ist noch kaum zu ermessen.

 

Die Ausgabe 1 steigt mit ihrer ersten Ausgabe in dieses Themenfeld ein, welches in den folgenden Heften fortgesetzt werden wird, so wie alle angeschnittenen Themen kontinuierlich präsent bleiben. Ein Heft ist somit nicht mit seiner jeweiligen Druckausgabe abgeschlossen, sondern kraft der Erkenntnis, dass alles mit allem zusammenhängt, ein Mosaik aufeinander aufbauender Elemente.

 

Mit dem zweiten Thema "Überwachen und Strafen", verwandt mit den Feldern Arbeit und Armut, tauchen wir in ein aktuelles Diskursfeld, das trotz veritabler Medienpräsenz in Anbetracht seiner durchaus revolutionären Bedeutung für unser Gesellschafts- und Menschenbild merkwürdig unterbelichtet bleibt.

 

An der ersten Ausgabe der Ausgabe 1 sind Künstler_innen und Autor_innen aus Russland, Schweden, Österreich, der Schweiz und Deutschland beteiligt.

DIE STADT

Erste Ausgabe


Inhalt

Urban Recordings
Zeichnungen von Ingo Giezendanner (GRRRR)

Stadt im Umbruch
Peking verwandelt sich in eine Megalopolis der globalen Welt
Eine Reportage von Sören Urbansky

Mythos Mythos Dresden
Anmerkungen zur Anatomie einer Stadt
Ein Essay von Marcel Raabe mit Fotografien von Markus Reinhold

Ostmodern.org - Gibt es eine Zukunft für die Moderne?
Dresdner Nachkriegsarchitektur im Spiegel der DDR-Städtebaugeschichte
Ein Beitrag von Mandy Fischer

"Und nachdem sie nicht mehr da war, ist das halt so eine Fata Morgana geworden."
Interview der Arbeitsgemeinschaft Centrum Warenhaus mit dem Dresdner Architekten Peter Kulka

Monster als politisches Subjekt
Die Macht des Abscheulichen im öffentlichen Stadtraum
Ein Essay von Maxim Neroda

Reserved places for more diffuse purposes
Ein Kunstprojekt von Lisa Torell

Theorie des Umherschweifens
Von Guy Debord

Vom Wachsen und Schrumpfen der Städte
Entwicklungslinien und Debatten aus stadtsoziologischer Sicht
Ein Beitrag von Ralph Richter mit Fotografien von Stefanie Schroeder

Kairopolis
Drei Streifzüge durch eine explodierende Stadt
Eine Reportage von Marcel Raabe mit Filzstiftzeichnungen von Franziska Junge

Imaginierte Städte: "Friend of a friend tales" über die geschlossene Stadt Seweromorsk
Gesammelt und aufgezeichnet von Yvonne Anders

Der Entwurf der anderen Seite
Ein Interview mit Sebastian Orlac, dem Autor des Kurzfilms Paris sur mer

Textstädte und imaginäre Architektur
Einige Schlaglichter auf eine aktuelle Debatte zum Wechselverhältnis von Schrift- und Baukunst
Ein Beitrag von Robert Hodonyi

Schrebergarten
Ein Foto-Essay von Antje Günther

Schmelz
Eine Kurzgeschichte von Florian Gantner

Ente à l’Orange
Eine Graphic Novel von Max Baitinger